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Three Aerobel team members posing next to industrial production equipment in the factory

Pionier ökologischer Dämmung gewinnt Limburger Innovationspreis 2024

Bei Aerobel geht es schnell voran. Nachdem das Genker Unternehmen zuvor bereits den Limburger Exportpreis und den Preis für den Limburger Jungunternehmer des Jahres gewonnen hatte, nimmt es nun auch den Limburger Innovationspreis mit nach Hause. Der Hersteller innovativer und ökologischer Dämmmaterialien setzte sich gegen ZF Wind Power und ABN Cleanroom Technology durch.

Sam Chartouni

  • Alter: 31 Jahre
  • Jahre als Geschäftsführer: 4
  • Lebensmotto: "The ones who are crazy enough to think that they can change the world, are the ones who do!"

Mit dem Innovationspreis belohnt Voka – KvK Limburg zusammen mit VLAIO und der Provinz Limburg ein Limburger Unternehmen als Spitzenreiter im Bereich Innovation. Die Jury wählte Aerobel aus drei Finalisten als Gewinner. Das Unternehmen überzeugte die Jury mit seinem starken Fokus auf die Wiederverwendung von Abfallströmen und die Minimierung der chemischen Belastung. Aerobel kombiniert zudem Innovation und Kreislaufwirtschaft mit einem ehrgeizigen Wachstumsplan.

Symbiose von Innovation und Nachhaltigkeit

In einer Welt, in der die Klimaherausforderungen wachsen, bietet Aerobel hoffnungsvolle Lösungen. Das Genker Unternehmen ist ein Beispiel für die kraftvolle Symbiose zwischen Innovation und Nachhaltigkeit. Das Scale-up ist spezialisiert auf die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Rohstoffe für Dämmmaterialien. Unter der Leitung von CEO Sam Chartouni und CTO Steve De Pooter hat Aerobel in nur vier Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen.

Die biobasierten Rohstoffe und Materialien von Aerobel transformieren die gesamte Branche und tragen zum Übergang in eine nachhaltigere Zukunft bei. "Wir wollten den Dämmstoffmarkt auf den Kopf stellen und beweisen, dass Nachhaltigkeit und kommerzieller Erfolg Hand in Hand gehen können", sagt Sam Chartouni. Mit ihren einzigartigen Technologien gelingt ihnen das überzeugend. Auch die größten industriellen Akteure sind mittlerweile Kunden geworden.

Vom Garagenlabor zur Industrie

Die Geschichte von Aerobel liest sich wie die Entstehungsgeschichte der Tech-Giganten Microsoft und Apple. Auch hier beginnt alles ganz bescheiden in der Garage. Sam, ein engagierter Student des Innovation Management, baut dort ein kleines Labor und beginnt zu experimentieren. "Während meines Studiums war ich selbstständiger Berater für eine Reihe von Produktionsunternehmen geworden. Durch Reverse Engineering untersuchte ich die chemische Zusammensetzung ihrer Produkte. Ich kam zu dem Schluss, dass diese alles andere als nachhaltig waren, und beschloss, selbst etwas Besseres zu entwickeln."

Eine intensive Zeit, erinnert sich Sam. "Tagsüber machte ich Versuche in meinem Labor, abends las ich Studien, und am Wochenende jobbte ich in der Gastronomie, um doch noch etwas Geld zu verdienen." Nach achtzehn Monaten Experimentieren mit nachhaltigen Materialien waren die Götter ihm wohlgesonnen und eine erste Erfindung folgte. Diese führte zur Entwicklung von bio- und abfallbasierten Klebstoffen und Dämmmaterialien mit außergewöhnlichen Eigenschaften.

Ein Schlüsselmoment war die Zusammenarbeit mit Dr. Steve De Pooter, einem Forscher mit Track Record an der KU Leuven und dem MIT Boston. Gemeinsam legten sie als Gründer und Mitgesellschafter die Basis für Aerobels Erfolg. Inzwischen hat das Unternehmen fünf patentierte Technologien entwickelt und verfügt über eine hohe Produktionskapazität. "Von Anfang an haben wir Umsatz gemacht. Wir bewiesen so, dass wir nicht nur eine gute Idee hatten, sondern auch die Umsetzung im industriellen Maßstab beherrschen", so Sam.

Zirkuläre und innovative Materialien

Die Produkte von Aerobel zeichnen sich durch ihre technischen und ökologischen Leistungen aus. Sie sind bis zu 35% effizienter als herkömmliche Dämmmaterialien, wasserabweisend, brandbeständig und auch schallisolierend. Zudem werden sie aus Abfallströmen wie siliziumreichem Glasabfall hergestellt, was perfekt in ein zirkuläres Modell passt.

Ein Beispiel ist ihr Aerogel, ein hochfortschrittliches Dämmmaterial, das ursprünglich aus der Raumfahrt stammt.

Aerobel gelang es, den Produktionsprozess zu optimieren, wodurch der Preis drastisch sank und das Material für breitere Anwendungen zugänglich wurde. "Wir verwenden 30 Mal weniger Chemikalien als Wettbewerber und verzichten auf toxische Stoffe. Das macht unser Produkt nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv", erklärt Sam.

Die Vielseitigkeit ermöglicht den Einsatz in verschiedenen Märkten, wie dem Bausektor. "Das Aerogel wird dort für Beschichtungen verwendet, die mit extrem dünnen Schichten dennoch sehr isolierend sind", gibt Sam an. "Aber auch in der Pharmaindustrie und im Textilsektor findet unser Material seinen Weg. Denken Sie beispielsweise an hochwertige Jacken, die gleichzeitig leicht, wasserabweisend und thermisch isolierend sind."

Internationale Ambitionen

Aerobels Wachstum stoppt nicht in Flandern. Mit Projekten in Deutschland, Polen und sogar Australien expandiert das Scale-up schnell. "Polen ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für uns. Der Bausektor dort ist enorm und bietet viel Potenzial für unsere Produkte", sagt Sam. Die internationale Expansion bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen. "Wir haben gelernt, dass lokale Präsenz und ein zuverlässiges Netzwerk für den Erfolg unerlässlich sind", betont Sam. "In Polen haben wir zum Beispiel einen lokalen Vertriebsverantwortlichen, und das zahlt sich aus. Unser Fokus liegt derzeit auf Europa, aber Australien sehen wir als guten Testmarkt für die USA, wohin wir auch gerne eines Tages möchten."

Für die weitere Internationalisierung kann Aerobel auf die Unterstützung eines externen Gesellschafters zählen. "Die belgische Baustoffgruppe Fedrus investierte in unsere Wachstumspläne. Mit viel Expertise im Bausektor und einem CEO mit einem Rucksack voller Erfahrung helfen sie uns, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen. Diese Partnerschaften helfen nicht nur, logistische Prozesse zu optimieren, sondern auch Zugang zu neuen Märkten zu erhalten." "Wir sind stolz auf unsere flämischen Wurzeln, aber wir schauen auch weiter. Unsere Ambition ist es, weltweit einen Standard in nachhaltigen Dämmmaterialien zu setzen."

"Wir sind stolz auf unsere flämischen Wurzeln, aber unsere Ambition reicht weiter: ein internationaler Standard in nachhaltiger Dämmung."

Innovationspreis als Anerkennung

Die Tatsache, dass diese Ambition und dieser Fokus auf Innovation nun auch mit einem Innovationspreis belohnt wird, gibt große Zufriedenheit. "Es war ein verrückter Parcours", blickt Sam zurück. "Wir sind in vollem Wachstum mit der Suche nach neuen internationalen Kunden. Jeder Tag ist hier sehr beschäftigt und hektisch. Ich reichte unser Dossier gerade vor der Deadline aus dem Ausland ein. Dann folgte ein Pitch vor einer umfangreichen Jury und später erhielt ich die Nachricht, dass wir unter den drei Ausgewählten waren."

Als Sam bei der Verleihung dann Aerobel als Gewinner ausrufen hörte, war er doch überrascht. "Ich hatte es tatsächlich nicht erwartet, obwohl ich es natürlich gehofft hatte. Die zwei Mitkandidaten sind große etablierte Unternehmen, während wir noch ein sehr junges Unternehmen sind. Obwohl wir jetzt auch stark wachsen und der Innovationspreis uns auf den Leib geschrieben ist."

"Alles was wir tun, ist innovativ", erklärt Sam, "auch wie wir unser Unternehmen managen. Wir sind von null gestartet und sehr schnell gewachsen. Vom Garagenlabor zum industriellen Maßstab in vier Jahren ist schon beachtlich. Und das mit fünf verschiedenen Produkten. Wir gehen immer so schnell wie möglich mit einem Minimum Viable Product auf den Markt, ausgerichtet auf die Early Adopters. Das ist alles Lehrbuch-Innovationsmanagement. Diese Entwicklungsgeschwindigkeit ist es, was uns wirklich einzigartig macht. Ich bin daher stolz auf diesen Preis, es ist ein enormer Boost für die Organisation und eine Anerkennung. Sowohl für Steves F&E-Team, wo sie jeden Tag an neuen Erfindungen arbeiten, als auch für die Produktion, wo Benoît alle Operationen erfolgreich leitet."

"Wir wollten den Dämmstoffmarkt auf den Kopf stellen und beweisen, dass Nachhaltigkeit und kommerzieller Erfolg Hand in Hand gehen können."

Blick in die Zukunft

All diese Preise erweisen sich auch als gut fürs Geschäft. "Als Startup ist es wichtig, das Vertrauen der wirklich großen Unternehmen zu gewinnen", betont Sam. "Je mehr Preise wir gewinnen, desto mehr Aufmerksamkeit bekommen wir und desto mehr Impact können wir mit unseren Produkten generieren. Jeder Preis bringt uns neue Kunden. Partnerschaften mit großen Industrieunternehmen können die Branche wirklich transformieren. Auch unsere Strategieänderung vom Systemlieferanten zum Rohstoffproduzenten und -lieferanten sorgt für mehr Impact."

2025 verspricht ein entscheidendes Jahr für Aerobel zu werden. "Wir wollen mit dieser Strategie in neuen Märkten Fuß fassen", sagt Sam. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Baumaterialien nimmt stark zu. Um dieses Wachstum zu unterstützen, haben wir derzeit zehn Stellen in F&E, Vertrieb und Operations. Gleichzeitig wollen wir unsere Startup-Mentalität bewahren. Wir werden die richtigen Strategien entwickeln, um unsere Innovationskultur zu bewahren und so viel Impact wie möglich zu erzeugen."

Ökosystem

In Limburg bewegt sich etwas, aber laut Sam darf es noch etwas mehr sein. "Je mehr in Startups und Scale-ups in Limburg investiert wird, desto besser. Denn Innovation ist momentan einer der größten Arbeitgeber. Das müssen wir stimulieren und unterstützen. Die großen Talente sitzen an den Universitäten. Die müssen wir mehr in Richtung Unternehmertum bringen, um die Kluft zwischen der akademischen Welt und der Industrie zu schließen. In den Niederlanden sind sie auf diesem Gebiet stark dabei. Wir selbst sitzen mit einem Büro und einem Labor auf dem Brightlands Chemelot Campus in Geleen. Das ist ein Chemie- und Technologiehub mit einer fantastischen Mischung aus Bildung, Startups und reifen Unternehmen. Diese Kreuzbestäubung müssen wir auch in Limburg noch mehr stimulieren."

Nachhaltigkeit hat für Aerobel auch eine starke soziale Komponente. "Es geht für uns nicht nur um die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und die Wiederverwendung von Materialien. Wir stehen für eine Kultur, in der Menschen im Mittelpunkt stehen. Mitarbeiter verbringen den größten Teil ihres Lebens bei der Arbeit. Es ist unsere Verantwortung, ihnen eine Umgebung zu bieten, in der sie sich wohlfühlen und aufblühen können", schließt Sam.

Lesen Sie den Originalartikel auf Niederländisch auf voka.be

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